
Zitate und Sprüche über Freiheit – Inspirationen für innere Weite
Dezember 3, 2025
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Januar 20, 2026Dankbarkeit wird heute häufig als psychologisches oder spirituelles Werkzeug verstanden. Sie gilt als Ressource, die trainiert, eingeübt oder kultiviert werden kann. Zahlreiche Studien, Ratgeber und Coachingansätze beschäftigen sich mit der Frage, was Dankbarkeit bewirkt und wie sie im Alltag eingesetzt werden kann.
Gleichzeitig berichten viele Menschen, dass Dankbarkeit für sie nicht selbstverständlich entsteht. Sie wissen, dass sie „eigentlich“ dankbar sein sollten, erleben dieses Gefühl jedoch nicht dauerhaft oder nur unter Anstrengung. Dieser Text nähert sich Dankbarkeit daher nicht als Methode, sondern als Phänomen, das unter bestimmten inneren Bedingungen auftaucht – und ebenso wieder verschwindet, aber im Grunde immer da ist.
Was Dankbarkeit bewirkt und warum so viele sie trainieren wollen
In psychologischen und neurowissenschaftlichen Kontexten wird Dankbarkeit häufig mit positiven Effekten in Verbindung gebracht. Studien untersuchen, wie Dankbarkeit das Gehirn verändert, welche Auswirkungen sie auf Stressverarbeitung, emotionale Stabilität oder zwischenmenschliche Beziehungen hat.
Daraus leitet sich die verbreitete Annahme ab, Dankbarkeit sei eine Fähigkeit, die gezielt entwickelt werden könne. Dankbarkeitstraining, Dankbarkeitsübungen oder Dankbarkeitstagebücher sollen helfen, diese Haltung im Alltag zu verankern. Dankbarkeit wird dabei als Ursache für Wohlbefinden verstanden.
Diese Sichtweise ist plausibel, führt jedoch häufig zu einer Erwartungshaltung: Dankbarkeit soll etwas leisten. Genau hier beginnt der innere Konflikt vieler Menschen.
Dankbarkeit praktizieren, Dankbarkeit trainieren, der innere Widerstand
Wer versucht, Dankbarkeit bewusst zu praktizieren, stellt oft fest, dass dabei innere Spannungen entstehen. Dankbarkeit wird zur Aufgabe, zur täglichen Pflicht oder zum Kriterium für persönliche Reife. Fragen wie „Wofür sollte ich dankbar sein?“ oder „Warum fällt mir Dankbarkeit so schwer?“ rücken in den Vordergrund.
Nicht selten tritt dabei ein subtiler Widerstand auf. Menschen vergleichen ihr eigenes Leben mit dem anderer, relativieren ihre Schwierigkeiten oder empfinden Schuld darüber, nicht ausreichend dankbar zu sein. Dankbarkeit verliert in diesem Prozess ihren offenen Charakter und wird zu einer inneren Leistung. Kennst du den Druck, wenn es dir nicht gelingt, genügen dankbar zu sein?
Was als unterstützende Praxis gedacht war, kann so zusätzlichen Druck erzeugen.
Was bringt ein Dankbarkeitstagebuch, wenn es keinen Frieden bringt?
An diesem Punkt geraten viele Ansätze in eine Sackgasse. Trotz konsequenter Anwendung von Dankbarkeitsübungen, Meditationen oder täglichen Impulsen stellt sich keine nachhaltige innere Ruhe ein. Die äußere Praxis funktioniert, die erhoffte Wirkung bleibt jedoch begrenzt.
Die zentrale Frage verschiebt sich dadurch: Nicht mehr, wie Dankbarkeit richtig ausgeführt wird, sondern ob Dankbarkeit überhaupt etwas ist, das aktiv erzeugt werden kann. Diese Verschiebung markiert einen wichtigen Wendepunkt im Verständnis.
Dankbarkeit spirituelle Bedeutung – kein Zustand, kein Gebet, kein Coaching
Aus der traditionellen nichtdualen Perspektive, wie sie von Madhukar vertreten wird, erscheint Dankbarkeit in einem anderen Licht. Sie wird hier nicht als spirituelle Praxis, nicht als Gebet und nicht als innerer Zustand verstanden, den es zu stabilisieren gilt.
Dankbarkeit ist in diesem Kontext kein Ziel und keine Methode. Sie entsteht nicht durch Willensanstrengung, sondern tritt als Begleiterscheinung auf, wenn innerer Widerstand vorübergehend wegfällt. Es handelt sich nicht um eine besondere Erfahrung, sondern um einen Moment, in dem etwas anderes betrachtet wird als bisher. Manche meinen, Dankbarkeit entstehe, wenn das Leben nicht bewertet oder korrigiert wird. Das ist zwar schon entspannend – aber dieser Moment ist noch tiefer als das. Die Person tritt in den Hintergrund, reines Sein offenbart Dankbarkeit ganz von alleine.
Dankbarkeit heilt – nicht weil sie etwas verändert
Oft wird gesagt, Dankbarkeit habe eine heilende Wirkung. In einem nichtdualen Verständnis bezieht sich diese Wirkung jedoch nicht auf eine aktive Veränderung innerer Zustände. Dankbarkeit heilt nicht, weil sie Probleme löst, sondern weil sie mit dem Wegfall von innerem Widerstand einhergeht. Noch tiefer, die Person die dankbar ist, tritt in den Hintergrund.
In solchen Momenten wird das Erleben nicht mehr in richtig oder falsch eingeteilt. Das Leben muss nicht verbessert oder optimiert werden. Die entstehende Ruhe ist keine Folge von Dankbarkeit, sondern Ausdruck dessen, dass gerade kein innerer Konflikt dominiert, dass die Person zur Ruhe kommt.
Welche Frequenz hat Dankbarkeit – und wie sie sich wirklich anfühlen kann.
In vielen modernen Bewusstseinsmodellen wird Dankbarkeit als eine Form von Schwingung oder Frequenz beschrieben. Besonders bekannt ist in diesem Zusammenhang die Skala des Bewusstseins von David R. Hawkins. In diesem Modell werden emotionale und mentale Zustände danach eingeordnet, wie weit oder eng sie das menschliche Erleben strukturieren – von stark ichzentrierten, angstbasierten Zuständen bis hin zu offenen, verbindenden Bewusstseinsebenen.
Wichtig ist dabei eine häufige Fehlannahme: Hawkins ordnet Dankbarkeit keiner eigenen festen Frequenz zu. Dankbarkeit wird vielmehr als Ausdruck höherer Bewusstseinszustände verstanden.
Konkret wird sie dem Bereich von Liebe (ca. 500) und Freude (ca. 540) zugeordnet. Diese Ebenen markieren einen Übergang aus dem Mangel- und Kontrollmodus des Ichs hin zu innerer Offenheit, Verbundenheit und größerer innerer Kohärenz. In diesem Sinne zeigen die Frequenzmodelle vor allem eines sehr deutlich: den hohen Stellenwert von Dankbarkeit im menschlichen Erleben. Sie gilt hier nicht als nebensächliches Gefühl, sondern als Hinweis darauf, dass das Bewusstsein gerade nicht von Angst, Abwehr oder innerem Kampf dominiert ist.
Je nachdem, wie Dankbarkeit erlebt wird, zeigt sie sich näher an Liebe oder näher an Freude. Als stille Dankbarkeit entspricht sie eher dem Bereich der Liebe: ruhig, weit, unspektakulär, getragen von einem inneren Einverstanden-Sein. Gedanken treten zurück, Bewertungen verlieren an Bedeutung, und es entsteht ein Gefühl von innerer Weite, ohne emotionale Überhöhung.
Dankbarkeit kann sich jedoch ebenso intensiv und kraftvoll zeigen. In diesen Momenten liegt sie näher an der Qualität von Freude. Sie wird körperlich spürbar, häufig im Brustraum oder Herzen, als Wärme, Öffnung oder starkes Strahlen. Manche erleben sie als ein Bersten vor Glück, als überwältigende Lebendigkeit oder tiefe innere Bewegung. Diese Form der Dankbarkeit ist nicht leise, sondern sehr präsent – und dennoch nicht gemacht.
Aus advaitischer Sicht widersprechen sich diese Erscheinungsformen nicht. Sie machen vielmehr deutlich, dass Dankbarkeit kein fest definierter Zustand ist. Sie hat keine einheitliche Qualität, keine feste Intensität und keine Frequenz, die gehalten oder reproduziert werden könnte. Sie kann still oder laut, ruhig oder überwältigend sein. Gemeinsam ist all diesen Formen jedoch ihr Ursprung: Dankbarkeit erscheint dort, wo das Ich für einen Moment nicht bewertet, vergleicht oder kontrolliert.
So verstanden zeigen auch die Schwingungs- und Frequenzmodelle weniger eine Anleitung zur Herstellung von Dankbarkeit als eine Landkarte ihres Stellenwerts. Sie verorten Dankbarkeit in einem Bewusstseinsbereich jenseits von Mangel und innerem Druck – unabhängig davon, ob sie sich als leise Weite oder als strahlende Herzöffnung zeigt.
Dankbarkeit Rilke, Dankbarkeit Rumi – Hinweise statt Anleitungen
Texte von Rainer Maria Rilke oder Rumi werden häufig im Zusammenhang mit Dankbarkeit zitiert. Auffällig ist dabei, dass diese Texte keine Anleitungen enthalten. Sie beschreiben keine Übungen und geben keine Ratschläge.
„Dankbarkeit für die Wohltat ist süßer als die Wohltat.“ Rumi
„Dank ist ja vielmehr eine Verfassung, denn eine Aussprache.“ Rainer Maria Rilke
Stattdessen verweisen sie auf eine Haltung des offenen Wahrnehmens. Dankbarkeit erscheint dort nicht als Ziel, sondern als Resonanz auf das Leben selbst – jenseits von Bewertung oder Zweck.
Dankbarkeit im Alltag – wenn niemand sie lernen muss
Häufig wird gefragt, wie Menschen Dankbarkeit lernen oder wie Kinder Dankbarkeit entwickeln. Diese Fragen setzen voraus, dass Dankbarkeit etwas ist, das vermittelt werden muss. Beobachtungen im Alltag zeigen jedoch, dass Dankbarkeit vor allem dort präsent ist, wo wenig verglichen und bewertet wird. Das macht schon dankbar – aber die Dankbarkeit muss immer noch „gemacht“ werden. Im reinen Sein erstrahlt Dankbarkeit ganz von alleine, aus sich selbst heraus.
Im Alltag zeigt sich Dankbarkeit nicht als bewusste Haltung, sondern in Momenten, in denen das Leben nicht kommentiert wird. Sie ist kein dauerhaftes Merkmal einer Person, sondern ein spontanes Geschehen.
Dankbarkeit ist der Schlüssel zum Glück – aber niemand hält ihn fest
Die Aussage, Dankbarkeit sei der Schlüssel zum Glück, ist weit verbreitet. Aus nichtdualer Sicht ist dieser Schlüssel jedoch kein Instrument, das jemand gezielt einsetzen kann. Dankbarkeit lässt sich nicht herbeiführen und nicht dauerhaft sichern.
Sie erscheint, wenn das Streben nach Glück vorübergehend still wird. Nicht als Mittel zum Zweck, sondern als Hinweis darauf, dass in diesem Moment niemand da ist, der dieses Ziel hätte – und dennoch strahlt Dankbarkeit aus sich selbst heraus.
Was bleibt
Dankbarkeit wird häufig als Ursache für Zufriedenheit beschrieben. In dieser Logik bleibt sie jedoch an ein Ziel gebunden. Aus einer nichtdualen Perspektive zeigt sich ein anderes Verständnis: Dankbarkeit ist kein Werkzeug und kein stabiler Zustand, liegt aber dennoch allem zugrunde.
Sie erscheint dort, wo die bisherige Sicht auf die Welt unterbrochen ist. Nicht, weil sich äußere Umstände verändern, auch nicht weil der innere Widerstand nachlässt. Gefühle oder Gedanken kommen und gehen. Dankbarkeit ist immer da – ist immer zugänglich. Hast du ihn gefunden, den Schlüssel zum Glück, den Schlüssel zu diesem Moment, den Schlüssel zur Dankbarkeit? Vielleicht liegt ihr Wert genau darin: als Hinweis darauf, dass gerade nichts korrigiert werden muss, an diesem Moment.
Lust auf die Erfahrung? Komm zum Retreat und schau, ob es stimmt, was ich hier verspreche.
Hi, ich bin Shivani
Bloggerin und Podcasterin bei Madhukar Enlighten Life. Seit 2004 kenne ich Madhukar und tue was ich kann, damit seine effektive Botschaft des Glücklichseins ganz viele Menschen erreicht. Dieser Beitrag ist aus meiner Feder gehüpft und ChatGpt hat mir ein wenig dabei geholfen.









1 Comment
Liebe Shivani
herzlichen Dank für den Text der Dankbarkeit.
Ich finde im Moment garnicht die Worte. Ich kann nur sagen es ist Dankbarkeit hier für diese wundervolle tiefe Wahrheit was Dankbarkeit ist. Dein Text sobald man sich drauf einlässt hat bei mir bewirkt, daß sofort Dankbarkeit hier ist.Was für ein Segen
Herzlichen Dank